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Länderschau XX


 Langeoog (Jahreswechsel 2025/26)
(s. auch  Watching Birds IV)


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Lied von der Insel
(Langeoog)
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Insel-Lied

1
Der Wind weht quer zum Wasserrand,
er rüttelt an den Dünen,
die Wellen malen Lieder in den Sand,
von Schäumen und vom Wühlen.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

2
Der Sanddorn brennt am Dünensaum,
voll herber, goldner Beeren,
als hätt‘ der Wind im Dornenraum
Lichtzeichen hängen lassen.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

3
Die Austernfischer pfeifen scharf,
rot Schnabel, schwarz die Flügel,
ihr Ruf reißt einen hellen Strich
im dunklen Abendspiegel.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

4
Ein Seehund liegt entrückt, sehr still,
im Schaum, der ihn umspület,
als hätt‘ er sich ins Weltenwatt
ein kühles Bett gewühlet.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

5
Der alte Leuchtturm starrt und schweigt,
dreht stur die starren Runden,
und unten drischt die Gischt ins Holz
die salzgen, rauen Stunden.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

6
Ein Priel zieht schwarz durchs weite Watt,
mit einem Rand voll Glimmen,
er faltet feuchten Schlick zum Blatt
und liest mit fremden Stimmen.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

7
Im Priel schlurft winz‘ges Fußvolk mit,
zieht murmelnd finstre Rinnen;
und eh man weiß, woher es kam,
ist's fort, verweht, von hinnen.

Und Wind und Watt und Wellenschlag,
kein Wort bleibt stehn für immer.
Die Insel weht den Abend ein,
umsäumt von Dämmerschimmer.

Coda
Die Fähre spuckt uns an den Steg,
die Hunde bellen sehr;
dann ruckelt uns die Inselbahn
durch Dünenstrüpp einher.

„Schweig, Baby!“ schimpft ein Hundeherr,
doch Baby hört nicht gern;
im Laden stehn wir dicht an dicht,
und Eier gibt’s nicht mehr.


Inkluse

Nordostwind näht den Strand mit kaltem Faden zu,
das Morgengrau ist Salz, das an den Steinen klebt;
da ruht, vom Wasser wie vergessen, still und treu,
ein dunkles Bernsteingelb, das fast ins Rot sich hebt.

Spülsaum umspielt den rauen Klumpen, schäumt im Wind,
er ist von Sand bestäubt, verkrustet, stumpf und blass;
die Farbe zeigt sich zögernd, nur als Ahnung noch im Nass,
ein warmer Kern, versteckt, wie es Gleichnisse sind.

In kleinen Kreisen dann gerieben, unter Stubenlicht,
fällt feiner Staub, wird Raues glatt und sanft und warm.
Der matte Stein erglänzt, wird heller, Schicht um Schicht.

Im dunklen Gold, das rötlich an den Kanten lacht,
da steht im Harz, in Sicherheit gebracht vor Zeit und Harm,
ein Schmetterling. Und wird, poliert, erst sichtbar: sacht.


Im Übermut des Sturms 

Nordwest!
Nicht kommst du: du brichst herein.
Du nimmst den Weg, den Atem, den Schritt
und legst sie quer.
In Böen! In Stößen! In Schlägen!

Und der Regen!
Nicht mild, nicht bittend.
Schauer,
die fahren jäh herab,
stichend, hart;
ein jeder Gedanke drängt nur noch:
weiter! weiter!

Siehe die Gräser!
Gelbe Pfeile,
abertausende,
flach hingestreckt
ans Weltenufer.

Und Büsche und Hecken,
mit schiefem Rücken,
mit gebücktem Blattwerk:
sie zeigen,
woher du kommst,
du Übermütiger!

Und die Vögel!
O die Vögel im Sturm!
Ein Wille im Flattern,
ein Taumeln und Zielen,
bis eine Böe gewaltig dareinfährt.
Sie kippen, sie brechen, sie fangen sich wieder,
sie schießen im Sturz, sie steigen im Stoß,
sie werfen sich in Schwärmen
über die Dünenkämme
als wäre Gefahr
nur ein anderes Wort für Spiel!

Seewärts das Meer,
weißgekrönt, ungeduldig,
Wellen klatschen sich selbst auf die Stirn,
jagen Kamm auf Kamm.
Sturmessausen, Meeresrauschen;
dazwischen: hoch, scharf, grell
schreit eine Möwe,
ein panischer Ruf, der durchs Tosen fährt
wie ein Splitter.

Da: Es reißt auf!
Sonne, gnädige!
Erlösung!
Licht!
Ein Sturz von Gold!
Auf Tropfen!
Die blitzen!
Auf Dünen!
Die stehen!
Auf Meer!
Das wird hell!

Der Sturm, eben noch ein Tyrann
mit gewaltigem Wüten:
Er ist entthront
vom Goldblick der Sonne.
Gebändigter Übermut
besänftigt die Lüfte,
besiegt die Gewalt.


Schneemorgen 

Im Morgen liegt auf Langeoog
der Schnee so weiß und klar;
die Kinder lachen und bauen schnell
den ersten Winterzar.

Sie rollen Kugeln und formen den Kopf,
sie geben ihm ein Gesicht;
einen Knopf, einen Stein, ein schiefer Ast,
mehr braucht ein Insel-König nicht.

Die Koffer rutschen knirschend fort
auf Schneematsch festgestampft;
sie ziehen Spuren durch den Schnee,
wie Gleise hingedampft.

Die Inselbahn rattert über die Flur,
durch Wiesen weiß und weit;
ihr buntes Kleid im Schienenstrang
malt Winterherrlichkeit.

Weißwangengänse, Schar um Schar,
sprenkeln das Feld voll Übermut;
sie stehen wie Punkte auf dem Blatt
und schnattern: Alles wird gut!

Der Wasserturm schaut her von fern
und trägt einen Hut von Schnee.
Er grüßt das Dorf im Winterweiß
und kehrt den Rücken zur See.

Das Dünengras trägt feinen Puder,
als hätte es die Nacht verstäubt;
allein das Meer kennt keinen Schnee,
nur Schaum, der Wellen behäubt.

Doch bald, als der Mittag Atem holt,
und Sonne erwärmt das Land,
wird Schnee zu Wasser, schmilzt, zerrinnt,
und läuft aus jeder Hand.

So kommt der Schnee, so geht er hin,
ein eiliger Durchgangsgast;
sein Urlaub hier ist viel zu kurz,
denn Frost kennt keine Rast.

Sanddorn-Rap

Sanddorn, Sanddorn / Sonnenstich / Zungensprung ,
gelb im Glas / herb im Hals / süß im Geist/ Dünenschwung;
Sanddorn im Senf / Sanddorn im Saft / Sanddorn im Gelee,
Insel im Mund / Alltag auf Null / Geschmack sticht in See!

Treibholz-Brote / Knotenwerk / zopf-windig verzurrt /,
Körner, Küste, Kruste / kernig / knusprig / kross,
Kruste knackt im Takt / wenn der Hunger knurrt.
Strandlinie zum Beißen / Biss rein / Leinen los!

Wasserturm als Torte / Dinkelkuchen / Dünentraum.
Rumkugeln / Nussecken / mundender Meeresschaum,
Langeoog-Torte / Schichtenwerk / windaufgeweht,
Hagebuttenmus / Sanddorn / Sahne, die steht!

Spritz-Spritze / Eis klirrt / Sanddorn-Orkan,
Sanddorn-Likör / hält die Zunge / auf Bahn.
Insel-Aquavit / treibt Nebelschwaden / ins Gesicht,
Insel-Grog / Eier-Punsch / kochendheiß / sticht.

Ostfriesentee / pechschwarz / Kannenkompass,
Klüntjes knacken / Kandissturm / süßer Bass.
Sahnewölkchen wandern / Strudel wirbeln / Inseln versinken.
Neujahrskuchen / waffeldünn / in Sahne ertrinken!

Krabbenbrot / Spiegelei / Matjes-Melodie,
Backfisch knackt/ Brötchen rappt / Küchenpoesie.
Labskaus pink-frech / Fischsuppe frisch,
Fischbrötchen / Matjes Lachs Backfisch / kapern jeden Tisch.

Auf der Fähre / Kinderchor / “BOCKWURST!” / schreit das Deck,
Senfspur / Seegang /ruckzuck! / ist der Hunger weg!
Möwen-Patrouille / mit Pommes-Radar / überm Meer:
“Brötchen! / Futter! / Für uns alle! / Brötchen her!“

Sanddorn / Sanddorn / Sonnenstich / Zungensprung ,
gelb im Glas / herb im Hals / süß im Geist / Dünenschwung;
Sanddorn im Senf / Sanddorn im Saft / Sanddorn im Gelee,
Insel im Mund / Alltag auf Null / Geschmack sticht in See!


Haio Higgen

Das Langeoog-Epos

Singe mir, Muse, die Insel, die sandige, lange im Meergrund,
Langeoog, windesumstürmt, der Dünen und Priele Gefährtin;
wie sie sich hob aus den Bänken der Brandung, den wandernden Sanden,
und wie der wasserhütende Turm, der helmartig hohe, sie krönt.

I.
Nicht von Olympiern singe, die Wolken mit Blitzen regieren;
Wind ist der Herr hier, Nordwest, der schlagende, wegelos starke,
Regen sein Beistand mit stichelnden, weithin peitschenden Schauern;
Menschen sind Gäste, sie pfählen, sie pflanzen, sie zählen die Nächte.

Einst war der Ort nur Gewohnheit der Flut und der Ebbe, war eine
schmale Bank, die sich selbst überredet, Bestand zu gewinnen;
Sand, der im Dünengras ruht und sogleich wieder zieht in die Weite,
Dorf, das nicht Dorf heißt, nur Rauch und ein Weg in den Windschub.

Da trat auf Beyffe Eyben, der Erstverzeichnete, salzstiefeltragend,
setzte den Pfahl in den Grund und gab Maß den stürmischen Stunden;
sieben der Herden, so melden die Listen, und kaum dreißig Seelen
hielten am Dünensaum aus, wo das Meer seine Kanten erprobt.

Aber der Sandflug, der blinde, der alles bedeckt und verwechselt,
trieb sie von Stelle zu Stelle, als wär ihr Gehöft nur ein Schatten;
Kirche im Osten erhob sich, und wieder verschlang sie der Treibsand:
Was man hier baut, ist ein Satz, den der Wind über Nacht überschweigt.

Später, als Sperren verhängt und der Schmuggel im Nebel sich regte,
glitten von Helgolands Fels her die Waren, im Priellauf verborgen;
Schanzen schaufelte man, und fremde Soldaten bewachten die Taschen,
doch selbst der Kaiser an Land war dem Wind nur ein kurzer Gedanke.

Ihnen folgten die Heere der Gäste, blass von Gesicht und schwer an Gepäck,
suchten im Salz eine Kur und im Wind eine leichtere Lunge;
Fähren begannen zu wechseln, mit Takt und Gepäck und Gerede,
und aus dem Dorf wurde Ort, aus der Insel ein Sommerversprechen.

Anfangs zogen die Pferde, die braven, die schweren Koffer der Städter,
dann kam die Insel-Bahn, schmalgespurt, ruckelnd und fröhlich,
trug durch Salzwiesen und Dünen lustwandelnd reisendes Volk,
und jeder Wagen voll Stimmen war ein Wirtshaus auf Rädern.

II.
Singe nun, Muse, den Helm, den steinernen, festgemauerten
Wasserturm, hoch aufgestellt wie ein Hauptstück über den Häusern;
ringsum die Insel ist flach, und der Himmel wechselt die Tücher,
er aber wahrt seine Rundung im wechselnden Scheine der Sonne.

Seine Nähte sind Fugen, vom Salz leicht gezeichnet, ergrauet,
seine Zier ist das Nötige: Stein, und der Zweck ist sein Schmuckstück.
Augen sind seine Fenster, von weitstrahlenden Lichtern belebt,
Rundgang, geländerumfasst, ist das Haar, das der Wind gern befingert.

Leitungen ziehen im Innern wie Sehnen, gedrängt in den Schächten,
Herz ist die Pumpe, die dort, wo das Wasser sich sammelt, schlägt;
Treppen winden sich aufwärts, wie Adern im steinernen Dunkel,
auf dem Haupt thront die Kappe, vom Wetter gebürstet, geduldig.

III.
Nun aber wende die Sage: Es erscheint der Held der Verwaltung,
Haio Higgen von Namen, der stempeltragende Inselbeamte;
nicht mit dem Speer in der Faust, nicht mit Schild und metallener Waffe,
sondern mit Klemmbrett und Siegel, mit Ordnern und knappen Vermerken.

Unerschrocken, unbeugsam und tapfer im Satzbau der Vorschrift,
setzt er dem Übermut Grenzen, wo immer auch dieser sich regt;
er sperret, er warnt, rechnet an, verbietet, befiehlt und bewahrt so
Insel und Gäste zugleich vor dem Wind und dem Leichtsinn.

Zähle mir, Muse, die Tafeln, die kleinen, mit dankbaren Namen,
der Bänke am Weg durch die Dünen oder an des Kurparkes Rändern;
Haio verwaltet die Bänke, er hütet das Lob mit eisernem Siegel,
und er verliest, wenn das Amt es verlangt, den Katalog der Aufschriften:

“Gestiftet von Helga und Rolf, zur Silbernen Hochzeit, im Winde.”
“Für Opa Kurt, der das Meer liebte, auch wenn es ihn narrte mit Regen.”
“Im Gedenken an Maja, die lächelte still, wenn die Möwen sich stritten.”
“Hier saß im Juli der Dieter und schwieg, und das war sein Urlaub.”
„Wir sahen hier Vögel und froren uns beinah zu Tode. Trotzdem: Danke!“
“Für Baby-Dog, der nur an dieser Stelle sich willig erleichtern mochte“
“Für alle, die kurz nur bleiben, und lang sich erinnern an Weite.”
“Bankpatenschaft Sparkasse, Filiale am Strandweg, für alle.”
“Der Chor der Kurgäste stiftet dies Holz: Bitte nicht draufsteigen.”


IV.
Doch neben dem Dank wohnt die Warnung, vom Amt her geboren;
denn Insel ist nicht nur Idyll, sie ist Rand und Rand ist gefährlich.
Haio erlässt die Verbote, geschliffen im Wortlaut, gehärtet im Geiste:
verzeichnet in Listen, Registern der Ordnung der Menschen.

Im Insel-Museum, überfüllt mit Modellen und Mastwerk und Karten,
drängt Volk nach oben, doch Haio sperrt, feuerfürchtend, die Treppe:
“Obergeschoss geschlossen! Kein Durchgang! Es drohen Brände!”
So hängt sein Schild wie ein Schicksal im Duft von Teer und Geschichte.

Auch an der Abbruchkante des Strandes, wo Sand sich löst in die Brandung,
oder im Watt, wo die Schlicklöcher lauern, die schweigenden Fallen,
stellt er die Warntafeln auf, mit strengem, rußschwarzem Druckwerk:
“Lebensgefahr! Nicht näher! Kein Selfie! Spielt nicht den Helden!”

Auch dem Friedhof, wo manche zu viele der Muscheln verschrauben,
oder mit putzigen Engelchen vermorschende Gräber bevölkern,
entfernt er erbarmungslos alles, was nicht genehmigt vom Amte:
“Nur zugelassene Zeichen! Die Ordnung ist Trost, nicht der Schmuck.”

Feuerwerk, heimlich mitgebracht übers Wasser fürs Neujahrsgewitter,
bannt er mit Wort und Kontrolle: “Verkauf und Schmuggel untersagt!
Denn Lichter genug hat das sternenerleuchtete Firmament,
und jeder Knall ist nur Lärm im Gesicht der geduldigen Nacht.

Und einmal, oh Muse, geschieht es, dass gar der Pfarrer begehret
ein Elektro-Gefährt, und er legt die Bibel als Last in den Antrag;
Haio wägt das Gewicht, und er spricht, als schneide er Papier mit der Klinge:
„Bibel nicht schwer genug!“ Und so bleibt der Wunsch in der Mappe begraben.

So lebt die Insel: im Wechsel von Weite und Vorschrift, von Salz und Papier;
das Amt schreibt die Schilder, und der Sand verweht alles wieder;
und Haio Higgen gewinnt keinen Ruhm in den Schlachten der Vorzeit,
doch kämpft für die Ordnung, mit Klemmbrett, Geduld und dem „kleinen Verbot”.

V.
Singe mir, Muse, die Insel, die lange, die niemals sich ganz befestigt im Lande,
setze den Helm ihr aufs Haupt, den Turm, der das Wasser bewahrt und verteilt;
denn über den Spott weht der Wind, und der Sand verweht jede Ordnung,
aber sie alle umgibt festumschlingend-umschlungen das Meer, das am Ende doch lacht.

Dünen-Haikus

Der Wind schreibt auf den Sand,
die Wellen löschen, schreiben neu,
ein Möwenstrich im Grau.

Der Priel zieht schwarz durchs Watt,
ein winz‘ges Fußvolk geht hindurch,
fort, ist verweht, von hinnen.

Nordost, graurosa, stumpf.
Gelber Staub, ein Flügelschatten,
Falter wird erst Licht.

Der Schnee pudert die Flur,
die Gänse sprenkeln weiße Wiesen,
das Meer bleibt ohne Schnee.

Wasserturm-Helm thront,
Flügelschatten im Salzstein,
Priel löscht Windschrift.

Zuhause